Was versteht man unter Textlinguistik?
Textlinguistik ist eine Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die sich damit beschäftigt, was Texte ausmacht und was sie von der gesprochenen Alltagssprache unterscheidet. Vor allem geht es darum, welche Merkmale Texte haben müssen, damit als solche wahrgenommen werden. Solche Merkmale sind z.B. Anaphern, die in der gesprochenen Alltagssprache in der Regel nicht vorkommen.
Der Begriff Textlinguistik bezeichnet somit alle sprachwissenschaftlichen Untersuchungen, die sich auf Texte beziehen. Eine allgemeingültige Definition des Begriffes „Text“ gibt es bisher nicht. Aber grob gesagt bezeichnet man als Text alle Satzfolgen (also keine einzelnen Sätze), die thematisch als zusammenhängend angesehen werden. Zusammenhanglos aneinandergereihte Sätze, wie z.B. in einem Newsticker, bilden somit keinen Text.
Die Textlinguistik setzt sich auch zum Ziel, Texte in Textarten zu klassifizieren und den Aufbau von Texten zu untersuchen und daraus Regeln abzuleiten. Zu den wichtigsten Grundformen der Themenentfaltung bei Texten zählen die deskriptive (beschreibende), die narrative (erzählende), die explikative (erklärende) und die argumentative (begründende) Entfaltung des Themas. Die deskriptive Themenentfaltung findet man z.B. bei Gebrauchsanweisungen, die narrative bei Geschichten, die explikative bei Lehrbüchern und die argumentative bei Urteilsbebegründungen.
Auch die Analyse der Textfunktion ist Teil der Textlinguistik. Hier wird untersucht, welchen Sinn und Zweck ein Text im Rahmen eines Kommunikationsprozesses erfüllt und welche Absicht der Autor mit seinem Text verfolgt.