Was ist ein Text? Die Frage nach der Textualität.

Was macht einen Text eigentlich zu einem Text? Komische Frage, denken sich viele. Ein Text sei einfach die Verknüpfung einzelner Sätze mit gleicher Intention zu einem Ganzen. Aber können wir uns das wirklich so einfach machen? Sie ahnen es schon: Nein können wir nicht! Seit ihrem Entstehen Mitte der 60er Jahre beschäftigt sich die Textlinguistik mit der Frage nach den Bedingungen oder Merkmalen eines Textes, die ihn zu einem Text machen, also mit seiner TEXTUALITÄT.

Die Textualität (Das Text SEIN eines Textes), lässt sich sowohl Textintern, also aufgrund des gleichen Stils, der gleichen Struktur und gleicher Begrifflichkeiten, als auch Textextern erklären, wobei man unter Textextern seine kommunikative Funktion, zu der “er” dienen soll, versteht. Beaugrande und Dressler nennen sieben Kriterien der

Textualität:
1. Kohäsion : Sprachliche Verknüpfung von Teilelementen (z.B. Sätze) zu einer sinnvollen Einheit.
2. Kohärenz : Inhaltlicher Zusammenhang von einzelnen Teilelementen, der nicht auf sprachlicher (wie bei der Kohäsion), sondern logischer Argumentation beruht.
3. Intentionalität : Gleiche Absicht
4. Akzeptabilität : Die Möglichkeit die Aussage des Textes aufgrund richtiger Anwendung von Sprache und Grammatik zu verstehen.
5. Informativität : Informationsgehalt einer Aussage.
6. Situationalität : Der Kontext von sprachlichen Äußerungen z.B. Zeit, Ort usw.
7. Intertextualität : Die Beziehung zu anderen Texten, von denen der Text beeinflusst wurde oder zu denen er Stellung bezieht.
Mit diesem Konzept haben Beaugrande und Dressler ein mögliches aber keineswegs unumstrittenes Modell geliefert. Weitere werden wohl folgen.

Franz 3. Januar 2008 Allgemein Keine Kommentare Trackback URI Kommentare RSS

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